Mai

Sommerdiesel/Winterdiesel

Der vergangene Winter gab - zumindest in nicht hochalpinen Regionen - wenig bis keinen Anlass, sich über die Kälteeigenschaften von Diesel Sorgen zu machen. Anders die Situation im Winter 2012/2013.

Bei niedrigen Temperaturen (ab ca. -18 Grad) gefriert das im Diesel vorhandene Wasser (bis zu 8 %), die Paraffinanteile werden fest, flocken aus und verstopfen den Kraftstofffilter -> der Motor steht still. Hier kann vorgebeugt werden, indem rechtzeitig von Sommerdiesel mit einem CFPP Wert (Cold Filter Plugging Point / Filtrierbarkeitsgrenze) von -10 Grad, auf sogenannten Winterdiesel umgestellt wird. Dieser Kraftstoff hat, dank Beimischung von Additiven, einen CFPP Wert von -20 Grad, was in unseren Breitengraden in der Regel vor Versulzung des Treibstoffs ausreicht. In Regionen in welchen strengere Wintertemperaturen üblich sind, kommt sogenannter Alpindiesel (die Produkte-bezeichnung variiert je nach Anbieter) zum Einsatz. Dieser hat üblicherweise einen CFPP von -30 Grad.

Grundsätzlich kann zwischen den folgenden zwei Szenarien unterschieden werden: der Kunde bezieht seinen Treibstoff selbst, sprich begibt sich an die nächste Tankstelle; oder der Diesel wird von einem Lieferanten dorthin geliefert, wo er gelagert bzw. verbraucht wird. Dies betrifft beispielsweise Landwirtschaftsbetriebe, Logistik- und Transportunternehmen und Baufirmen. Dieser Kunde ist darauf angewiesen, dass ihn sein Lieferant rechtzeitig mit dem der Witterung angepassten Treibstoff versorgt, damit sein Fuhrpark, seine Maschinen auch weiterhin störungsfrei eingesetzt werden können.

Bei vielen Tankstellenbetreibern in der Schweiz sprudelt heute ganzjährig der sogenannte Winterdiesel aus dem Zapfhahn. Alle anderen Anbieter stellen ihre Dieselqualität jeweils im Laufe des Oktobers auf Winterqualität um, der Konsument muss sich hier also keine Gedanken machen, ob er sich rechtzeitig auf die Suche nach kälteverträglichem Diesel machen muss.

Aber auch Kunden die ihren Diesel direkt geliefert erhalten sind auf der sicheren Seite, da alle Lieferanten im Herbst rechtzeitig auf die benötigte Winterqualität umstellen. Im Extremfall, wie z.B. sehr exponierten Treibstofftanks oder -Leitungen ist es trotzdem ratsam, bei Befüllung einen geeigneten Fliessverbesserer beizugeben. Dieser dient als zusätzlicher Schutz vor Versulzung des eingelagerten Diesels, muss aber zwingend vor Befüllung beigegeben werden um eine optimale Durchmischung zu garantieren. Ein nachträgliches Beigeben des Additivs schützt nicht mehr vor dem gefürchteten Ausflocken, bzw. macht dieses nicht mehr rückgängig - hier hilft dann je nach Situation nur noch: Auto in die warme Garage, bei grossen Maschinen oder Aussentanks hilft evtl. ein Erwärmen der Leitungen, Ausbau des verstopften Filters oder Warten auf den Frühling...